Allgemein · Philosophie

Eine Reise, eine Freundschaft

Johanna von workntravel hat zur Blogparade „Eine Reise eine Freundschaft“ aufgerufen. Das passt ein bisschen zu meiner Serie „Glück around the world“, denn wie ich schon berichtete, waren wir im Winter 12/13 einmal um diese Welt unterwegs. Das gehört zu unseren schönsten Erinnerungen und na klar, haben wir dabei auch tolle Menschen kennen gelernt. Zwei Geschichten möchte ich hier mit Euch teilen.

Halong Bay

Die erste hat sich in der Halong Bay in Vietnam ereignet. Mit einer bunt zusammengesammelten Gruppe fahren wir von Hanoi in die nahe Halong Bucht, um dort eines der berühmten Boote zu besteigen und die tiefgrünen Gewässer mit den bizarren Steinformationen zu erkunden. Ich hatte mich besonders auf diesen Baustein der Reise gefreut, denn die Fotos hatten mich schon immer fasziniert. Zum Mittag waren wir auf dem Boot angekommen, saßen mit einem französischen Pärchen am Tisch und genossen Fisch und Sommerrollen, während das Boot losfuhr. Wir kamen ins Gespräch und stellten fest: wir hatten den gleichen Hochzeitstag – die beiden hatten nur exakt 10 Jahre vorher geheiratet und bereits fünf Kinder. Über diese private Schiene schafften wir einen schnell sehr tiefgehenden Gesprächseinstieg, dessen Faden sich nicht nur über die Mahlzeiten der weiteren drei Tage entspann. Wir sprachen über Glück, Schicksal, Gott und den Sinn des Lebens. Gleichzeitig konnten wir aber auch herzlich zusammen lachen – wenn das auf einer Insel geliehene Schrottkanu kenterte oder voll Wasser lief oder sich ähnliche Gespräche unter den Ehepartnern abspielten. Es war eine tolle und intensive Zeit und heute, vier Jahre später haben wir immer noch Kontakt – waren zum Hochzeitstag in Paris und haben in ihrem Haus geschlafen, obwohl sie selber gar nicht da waren. Haben sie eine Tagesetappe auf ihrer mehrmonatigen Pilgerwanderung nach Rom (mit inzwischen sechs Kindern und zwei Eseln) begleitet. Eine tolle Beziehung, für die wir sehr dankbar sind.

Australien Mähdrescher

Australien SchafwolleDie zweite Geschichte trug sich einige Wochen später in Australien zu. Wir wanderten durch ein kleines, unauffälliges Dörfchen in Claire Valley nahe Adelaide als uns ein Mann zurief, ob wir nicht Lust auf einen Kaffe hätten, so als Fremde. Immer für Kontakte, besonders mit Einheimischen, offen, gingen wir in das kleine Café, waren die einzigen Besucher und das Highlight für Angestellte und Nachbarn. Nach circa einer Stunde Unterhaltung bot uns der freundliche Mann vom Anfang an, seine Farm zu besichtigen. So gingen wir mit ihm und seine Frau auf eine riesige Besichtigungstour, fuhren auf einem RIESIGEN Trecker, der so groß war, dass es ihn in Deutschland wohl gar nicht gibt, besuchten die Schafe und Weinreben, bekamen die Schurstation erklärt und den Waldwirtschaft. Unsere Gastgeber haben wohl gemeinsam mit ihren Kindern das größte Stück Land der Gegend. Im Anschluss durften wir uns noch ihr Haus ansehen, damit wir auch wüssten, wie ein Australier auf dem Land so lebt. Ganz außergewöhnlich, denn das eigene Heim ist den Aussis sehr heilig. Und das Programm war noch nicht zu Ende. Es folgte eine Einladung ins Restaurant und die Weiterleitung an die Schwester, bei der wir einige Tage später vorbeikamen und zwei wunderbare Tage verbrachten sowie die Empfehlung an Freunde in San Franzisko, die uns ebenfalls eine private Tagestour ermöglichten. Wir waren überwältigt von so viel Offenheit, Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit, dass wir es kaum fassen können. Noch heute, vier Jahre später, telefonieren wir regelmäßig mit John und Pam aus Australien und hoffen sehr auf ein Wiedersehen!

Es ist großartig, solche besonderen Menschen zu treffen und in kürzester Zeit eine Beziehung herzustellen, die über einen langen Zeitraum hält. Ich glaube, dass das beim Reisen am ehesten passiert, weil einem gar nicht viel Zeit bleibt, sich zu beschnuppern. Man steigt ein und sieht schnell, wie nahe man sich kommen kann, wie einen das Gegenüber bereichern kann (damit meine ich Gespräche) und wo es Verbindungen gibt. Wir freuen uns noch immer sehr über diese Beziehungen und hatten heute Tränen in den Augen, als zwei Päckchen aus Australien zur Geburt des Glückskinds eintrafen.

Glücksmomente: viele auf der ganzen Reise; gute Gespräche mit fremden Leuten; riesige Offenheit und Gastfreundschaft erfahren; die Beziehungen – basierend auf einer kurzen Begegnung – aufrecht erhalten zu können


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Ein Kommentar zu „Eine Reise, eine Freundschaft

  1. Hallo Fri,
    vielen Dank für die Teilnahme an meiner Blogparade! Deine beiden Geschichten gefallen mir total! Es ist so schön zu lesen, dass ihr beiden auf eurer großen Reise so nette Menschen kennengelernt habt, mit denen ihr auch heute noch Kontakt habt. Deine Geschichten beweisen auch, dass man durchaus Freundschaften auf Reisen schließen kann, wenn man zu zweit reist. 😀
    LG Johanna

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