Familienglück · Leben als Familie

Stillen – ein etwas anderer Post zum Thema

Das Thema „stillen“ wird ja heiß und kontrovers diskutiert. Dafür, dagegen, neutral. Dieser Diskussion möchte ich mich nicht anschließen. Und darum soll es hier auch nicht gehen. Ich möchte vielmehr von meinen ersten zwei Wochen Stillerfahrung berichten, denn die war ganz anders als gedacht.

Nachdem das Glücksbaby geboren war, hatte es automatisch einen wunderbaren, starken Saugreflex, den es die erste Stunde an meinem Hals trainierte. Auch das Anlegen klappte gut. Die Milchmenge reichte zum Anfang allerdings nicht, denn abends kam ein hungriges Mündchen, das dann auf einmal literweise trinken wollte. Dieser Extrahunger hält noch heute an. Aber auch die Milchmenge soll hier nicht thematisiert werden, sondern eine unangenehme und für mich überraschende Angelegenheit. SCHMERZ.

Die ersten drei Tage hatte ich unglaublich dolle Nachwehen bei jedem Zug, den das Babymädchen nahm. Davon hatte ich vorher noch nichts gehört. Diese Schmerzen haben jedoch etwas Gutes: die Gebärmutter zieht sich wieder wunderbar zusammen. Als dieses wehenartige Ziehen wieder nachließ, dachte ich, nun sei es überstanden. Die Ernüchterung folgte aber auf dem Fuß.

Die empfindlichen Brustwarzen begannen nach einigen Tagen dauerhaft zu brennen und bei den ersten 10, 15 Zügen unglaublich zu schmerzen. In der ersten Woche sind mir nachts bisweilen die Tränen gelaufen, weil das Anlegen so weh getan hat. Hey, davon hatte mir noch nie jemand berichtet. Dabei wird beim Schwangerenschwimmen in der Umkleide zu meinem Erstaunen selbst unter fremden Damen darüber diskutiert, ob sie die Dammmassage selbst durchführen oder der jeweilige Mann das mit Vergnügen macht. Aber noch nie hatte mir jemand erzählt, dass einem die Brustwarzen so derart wehtun und brennen können. Auf Nachfrage bei Freundinnen mit Kindern hat ausnahmslos jede der Befragten jedoch in der Erinnerung schmerzhaft das Gesicht verzogen… Ich war also nicht allein und man muss da durch. Wundern tut es mich trotzdem, dass mir das niemand vorher gesagt hat und ich auch bei meiner gierigen Suche nach sämtlichen Informationen nicht drauf gestoßen bin.

schmerzen-beim-stillen

Hier nun einige gesammelte Dinge, die Abhilfe schaffen können:

  • Viel Luft an die Brust – Bis Weilen sitze ich mit nackten Brustwarzen da und finde, dass das am allerbesten hilft.
  • Muttermilch verteilen – Nach dem Anlegen einen Rest Muttermilch über die Brustwarze streichen, soll ebenfalls helfen.
  • Brustwarzendonut – Meine Hebamme hat mir ein schickes Teil gebaut, damit die Brustwarzen nicht auch noch gegen die Kleidung schubbern. Prima!
  • Salbe von Weleda –  Für mich auch eine hilfreiche Sache. Kommt immer auf die gerade ausgetrunkene Brustseite.
  • Multi Mam Kompressen – Relativ teuer, aber wunderbar kühlend. Im Wechsel mit Salbe und frischer Luft mein Erfolgsrezept.

Inzwischen ist es besser geworden. Nicht schmerzfrei, aber erträglicher. Ich bin sehr erleichtert und froh, denn ich bin mir nicht sicher, wie lange ich das Stillen durchgehalten hätte, wenn das mehrere Wochen so weitergegangen wäre.

In diesem Sinne Glücksmomente: Als der Schmerz nachließ!, das Glückskind zu haben!


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8 Kommentare zu „Stillen – ein etwas anderer Post zum Thema

  1. Es ist traumhaft, wie gut ich mich durch Beiträge wie deine auf unser Glückskind vorbereitet fühle 🙂 Ich hab schon öfter irgendwo (eher nebenbei) was von Brustwarzenschmerzen gelesen, aber das dann meistens eher überlesen! Nach dem Motto: „wird bei mir schon klappen!“. Danke für diesen Beitrag, der das Thema nicht nur so nebenbei erwähnt 🙂

    Liebe Grüße!

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      1. Zum Glück nicht nur hypothetisch, sondern ein ganz reales Getrampel und Getrete im Bauch 😄 Ich lese deine Dokumentation jetzt grad sehr interessiert und hab mir schon viel davon zu Herzen genommen (v.a. die frühzeitige Hebammensuche 😀 )
        Liebe Grüße!

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