Familienglück · Schwangerschaft

Schlafen in der Schwangerschaft

Ich schlafe schlecht. Ich bin dauernd wach. Ich träume viel und blödsinnig. Und ich bin morgens dadurch oft gerädert. Und dann frage ich mich, wer um alles in der Welt die Mär vom „Vorschlafen in der Schwangerschaft“ erfunden hat. Denn überall kann man diesen wertvollen Tipp lesen. Normalerweise habe ich einen recht stabilen Schlaf. Ich kann schnell einschlafen und morgens gut aufstehen – am besten nach acht Stunden erholsamer Nachtruhe. Und die brauche ich auch, um über Tag volle Leistung bringen zu können. Aber jetzt? Was ist da los?

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Zusätzlich zur Vorschlafidee wird beim Googeln aber auch schnell klar, dass es Vielen so geht wie mir. Dafür werden zahlreiche Begründungen für schlechten Schlaf in der Schwangerschaft angeführt: Gedanken und Sorgen um das ungeborene Baby, Probleme mit der Lagerung des Bauches, fettes Essen am Abend, kalte Füße, Wadenkrämpfe, häufige Toilettengänge und vieles mehr. Nur wenige dieser Ansätze kann ich für mich in Betracht ziehen.

Lösungsmöglichkeiten und Tipps gibt es natürlich auch viele: zusätzliche Kissen (Seitenschläfer- und Stillkissen) zur Lagerung verwenden, fettes Essen und zu viel Flüssigkeit am Abend meiden, ausreichende Magnesiumversorgung sichern, Bewegung über Tag, ein entspanntes Bad vor dem Zubettgehen, bei 16-18 Grad Celsius schlafen u.v.m.

Zusätzliche Kissen unterstützen mich bereits, Sorgen mach ich mir eigentlich nur selten, fettes Essen kommt so gut wie nie auf den Tisch, zusätzliche Schwangerschaftsvitamine und -mineralien nehme ich bereits  zu mir – Krämpfe sind nicht der Hauptgrund für das schlechte Schlafen, es ist Sommer und somit recht warm im Schlafzimmer, ist also nicht lösbar… so what the hell is it, that makes me sleepless for an hour at 4:30 am?

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Ich recherchiere erneut und stoße auf ein weiteres, auf mich zutreffendes Problem: eine verstopfte Nase ohne Schnupfen. Besonders in der Waagerechen. Die Begründung für dieses Phänomen wird mitgeliefert: die Hormone lassen die Schleimhäute anschwellen. Auch die in der Nase. Und das erreicht im 3.Trimenon seinen Höhepunkt. Bingo! Und hier liegt etwas versteckt, was mir schon lange im Kopf herumgeistert: Ist es die Hormonumstellung, die den Körper bereits in der Schwangerschaft auf Schlafentzug bzw. kürzere Schlafrhythmen und seichteren Schlaf umstellt? In einem interessanten Artikel zum Thema Schlaf in der Pharmazeutischen Zeitung habe ich dann Folgendes gefunden: „Hormonelle Änderungen sind auch in der Schwangerschaft zu verzeichnen: Während im ersten Drittel das Schlafbedürfnis erhöht ist, kommt es im zweiten und dritten Trimenon vermehrt zu Ein- oder Durchschlagstörungen (!).“ Was sich Mutter Natur dabei gedacht hat, wird leider nicht mitgeliefert, allerdings finde ich meine Ansätze recht einleuchtend. Denn auch das Bindegewebe und die Gelenke bereiten sich durch ihre Lockerung auf die Geburt vor, die Brust samt Milchdrüsen auf die Zeit danach. Wieso nicht auch der Körper insgesamt auf den bevorstehenden Schlafmangel? Ich komme zu der Erkenntnis: Da ist also wenig zu machen, wenn der Grund für die Schlafprobleme munter durch die Adern rauscht.

Und dann gibt es noch eine letzte und schöne Begründung für Schlafprobleme, für die es ebenfalls keine Lösung gibt: die Kindsbewegungen. Doch die nimmt man doch gerne in Kauf, oder? Auch wenn es anders entspannter wäre…

Ich fürchte also, dass so richtig kein Kraut gegen MEINE Schlafstörungen gewachsen ist. Insofern bin ich recht froh, dass ich auf Grund verschiedener Umstände meine Zeit momentan sehr frei einteilen kann. Habe ich tagsüber das Bedürfnis nach einem Nickerchen? Dann schlafe ich eben ein Stündchen. Und so lese ich eben auch mal um 4:45 Uhr morgens ein bisschen im Internet. Akzeptieren ist in jedem Fall besser als ärgern. Dann schläft man auch schneller wieder ein.

Haben andere ähnliche Probleme (gehabt)? Was waren Ursachen und Lösungen? Ich freue mich über Erfahrungen und Tipps!

Glücksmomente: Gleich morgens beim Aufwachen einen Guten-Morgen-Gruß aus dem Bauch zu spüren; nach mehrnächtigem Protest aus dem Inneren mal wieder auf der linken Seite schlafen zu können; die Möglichkeit zu haben, auch über Tag mal ein Nickerchen zu machen

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5 Kommentare zu „Schlafen in der Schwangerschaft

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